Linkspartei und Globalisierung

Einen wirklich interessanten Aufsatz von Andre Brie (Mitglied der Linkspartei) habe ich hier gefunden. In dem Artikel wird die linke Politik in Zeiten der Globalisierung betrachtet.

Internationalismus iet ja eine Parole auf den Fahnen der Linken, dies steht aber in einem drastischen Widerspruch zu aktuellen Forderungen, die eher protektionistisch anmuten. Die Linke kann es zur Zeit nicht schaffen, diesen Spagat glaubwürdig zu vertreten. Es erinnert mich an eine falsche Nummer wie die Kündigung eines Girokontos. Das gleiche gilt für die sozialen Fragen im internationalen Kontext, so müssen die aktuellen Forderungen im internationalen Vergleich als Besitzstandswahrung gelten. Internationale Solidarität ist etwas anderes. Dies wird zwar alibimäßig gefordert, jedoch nicht gelebt - es sind schließlich die Deutschen, die hier wählen. Und gerade die Klientel der Linkspartei, die sicher nicht zu den Gewinnern der Globalisierung gehört, sitzt nun mal in Deutschland.

Neben diesen Ungereimtheiten ist die wirtschaftspolitische Kompetenz im Bereich der Linkspartei schwach, wie die aktuellen Forderungen  zeigen. Dies muss nicht nur an der Unfähigkeit der Politiker liegen, gerade die Populisten fordern eben das, was ein potentieller Wähler gerne hört.

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4 Kommentare zu “Linkspartei und Globalisierung”

  1. Karl

    Vielleicht sollte mal jemand Lafo & Co. darauf hinweisen dass nur 10% der Deutschen 50% der Steuern aufbringen.

  2. Karl

    Eine Ergänzung:
    Mir sträuben sich die Haare wenn ich sehe dass die kamouflierte SED der wir soviel Leid zu verdanken haben wieder auf eine Systemveränderung hinsteuert die wir schon einmal mühsam überwunden haben. Die Dummen, die so etwas wählen -Methode: denen da oben zeige ich das mal- werden nicht alle. Oder sind es nur Faule die plötzlich erkannt haben dass man für Geld auch arbeiten muss?

    Ich bin hier zur Zeit im ehemaligen Jugoslawien und spreche mit vielen Leuten. Ein Grossteil meint unter dem Kommunismus war es besser.

    Frage ich dann ob sie wieder auf Autos (oft pro Person eins: 4-Personen-Familie = 4 Autos), Häuschen, Handy, Urlaubsreise ins Ausland, vielfältiges Warenangebot und anderes verzichten wollen heisst es natürlich nein, das hätte man doch selbstverständlich nötig. Da ist nur in Erinnerung geblieben dass Arbeit früher nicht allzu anstrengend war und man irgendwie schon überlebt hat. Verkehrsstaus und Verkehrslärm gab es nicht, es gab ja auch keine Autos. Doch sind hier die Gehälter deutlich niedriger als bei uns in den neuen Bundesländern.

    Im deutschen Osten ist die Auffassung bei einem Teil der Bevölkerung vermutlich ähnlich wenn ich die Wahlergebnisse der SED-Nachfolgepartei sehe. Und da geht nun mein Soli hin, falls er dahin geht. Zweckgebunden ist er ja wohl nicht. Auf der einen Seite Schiessbefehl und Mauertote die verfolgt werden, auf der anderen Seite der Versuch einer ideologischen Neuauflage des Ganzen.

    Ich verstehe zwar nicht was die Linkspartei mit Globalisierung zu tun hat, aber das Thema ist sicher aktuell. Statt “Auferstanden aus Ruinen…” könnte links ja “Wir versaufen unserm Lafo sein klein Häuschen…” die neue Hymne werden. Aber vielleicht ist das Häuschen doch zu gross dafür.

  3. Felix

    hm, vllt. sollte man mal dran denken, dass die SED nicht mehr Leid gebracht hat, als die heutige “Demokratie”

    Das System Sozialismus wäre im ganzen ein sehr sinnvolles System, das Problem ist nur, dass keiner mitmachen würde, denn wer gibt schon gerne ab und wer liegt nicht gern auf der faulen Haut?

    tja, mit unserer menschlichen Einstellung geht das leider nicht, vorallem nicht mit so spot-monstern wie dem Karl :D

  4. Clemens

    @Karl…
    Dann sollte man ebenso erwähnen dass deine oberen 10 % auch beinahe 50 % des gesamten erwirtschafteten Einkommens erhält. Wo bitte ist denn da die Rechtfertigung!? Der Spalt wird nur noch größer!
    Genau diese Diskussion stand mal mit dem LindeChef und BILD. Genau dieses Todschlagargument brachte dieser auch. Und am kommenden Tag standen Slogans ála “Die Reichen zahlen das Meiste” usw.
    Und wenn man schon mal bei dieser Rechnung ist…konzentrier´ dich nicht nur auf die Einkommenssteuer, die in den gesamten Steuereinnahmen nur (!) 35 % ausmacht. Die restlichen 65 % sind Verbrauchersteuern die von viel mehr viel weniger Verdienenden bezahlt werden!
    Verglichen mit den OECD Ländern ist Deutschland negative Spitze was die Steuereinnahmen betrifft!
    Recherchier richtig bevor du Thesen wie diese in den Raum stellst!

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