Globalisierter Arbeitsmarkt

Die Probleme beim Versuch einen gut ausgebildeten Ausländer in Deutschland einzustellen werden im aktuellen Spiegel sehr schön dargestellt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist mindestens so schlimm wie geschildert, eher schlimmer. Ich frage mich ernsthaft, ob die Politiker die einfachen wirtschaftlichen Zusammenhänge nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. An gut qualifizierten Arbeitsplätzen hängen auch weniger gut qualifizierte. Es ist doch beim aktuellen Fachkräftemangel ein Witz immer davon auszugehen, dass die Arbeitsplätze eine fixe Größe sind, die egal von wem besetzt werden.

Ich glaube allerdings, dass die Politiker diese Zusammenhänge kennen, denn Politiker sind in aller Regel nicht dumm. Nur sind die meisten Wähler sehr dumm und daher passt es für kommende Wahlen halt besser selbst Unsinn zu reden. Es ist echt ein Trauserspiel. Die Politik kann froh sein, dass es trotz solch miserabler Bedingungen überhaupt noch eine Wirtschaft in Deutschland gibt.

Das ist die schlimmste Form des Protektionismus, er schadet vor allem dem eigenen Standort.

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6 Kommentare zu “Globalisierter Arbeitsmarkt”

  1. Karl

    Hallo Sebastian, auch wenn wir beide meist unter uns sind können wir Meinungen austauschen. Nur schade das das Ganze im fast luftleeren Raum stattfindet.

    Ich teile Deine Ansicht voll. Was aber meist vergessen wird und unterschwellig wirkt ist die Definition des Begriffes “Ausländer”. Hier kommen nicht nur Arbeitskräfte sondern hier vermischen sich auch Denkweisen, Moralvorstellungen, Mentalitäten, Religionen und Traditionen. Was es in unserem “laizistischen” Staat allein an Diskussionen gibt wenn irgendwo eine Moschee errichtet werden soll. Oder das Thema der arrangierten Heiraten, früher auch in D üblich, dass nur im kulturellen deutschen Kontext interpretiert wird und Integration erschwert. Es dauert halt -wertfrei- einige Generationen von einer Denkweise in die andere.

    Dazu die Angst um Arbeitsplätze die nur gesichert werden können wie Du schreibst wenn wir den Markt öffnen um auch spezielle Lücken zu füllen, z.B. verstehen polnische Maurer viel mehr von Altbaurestaurierung und Denkmalschutz, da hängen aber auch studierte Architektenjobs dran. Und Computer kosten mehr Arbeitsplätze im unteren Bereich z.B. bei den Banken und keiner demonstriert gegen die, im Gegenteil, jeder kauft sich einen.

    Dazu kommt das Verteilungsproblem der Arbeit. Seit der Emanzipationswelle haben manche Familien 2 Arbeitsplätze, ander gar keinen. Es wäre politisch nicht korrekt deshalb über die Nachteile der Emanzipation, z.B. kürzere Lebenserwartung bei den Frauen, nachzudenken. Es ist schon kafkaesk was so in deutschen Köpfen vorgeht. Aber ist es in anderen Ländern anders?

    Ich denke immer man könnte im unteren Bereich aus gewerkschaftlicher Solidarität die Löhne einfrieren und dafür die Arbeitszeit vermindern und den Produktivitätszuwachs nutzen um mehr Arbeitsplätze mit kürzerer Arbeitszeit zu schaffen. Aber ob sich sowas durchsetzen lässt?

  2. Sebastian

    Das mit dem Luftleeren Raum stimmt zum Glück nicht so ganz. Immerhin sind es knapp 100 Leser täglich. Die meisten schreiben nur keine Kommentare.
    Ich denke, gerade bei hoch qualifizierten Arbeitnehmern gibt es auch kein Integrationsproblem, diese schotten sich nicht ab, sondern sind lernbereit und integrationswillig.

  3. Karl

    Die geringer qualifizierten Ausländer, und ich kenne die besser als die meisten Deutschen, schotten sich nicht ab sondern reagieren auf soziale Zurückweisung. Ich habe noch nie einen reichen Türken gesehen der in Deutschland Schwierigkeiten hatte.

    Und sonst: wenn wir nichts schreiben würden hätten die anderen auch nichts zu lesen.

  4. Stefan

    Ihr zwei seid nicht allein ;-)

    Qualifizierte Ausländer haben mit Sicherheit kein Problem bei der Integration.

    @Karl Die geringer oder garnicht qualifizierten Ausländer schotten sich aber ab und das nicht zu knapp! Wenn ich mit die Türkischen mitbewohner in Berlin sehe und höre dann wird mit teilweise schlecht. Die wohnen doch zusammen in ihren Vierteln und wollen sich überhaupt nicht integrieren. Wozu auch? Die haben ihre eigenen Geschäfte wo man in ihrer Landessprache einkaufen kann, für den Hart4 Antrag gibts eine Türkische übersetzung etc..
    Ich bin derzeit wieder in einer staatlichen Schule weil ich das Abitur machen möchte und an dieser Schule sind auch diese überhauptnicht qualifierten “Bürger mit Migrationshintergrund” vertreten. Das sind die Leute die keinen Schulabschluss( und auch sonst nichts) haben. Die meisten wurden hier geboren, leben seid jeher hier und sprechen trotzdem kein bzw. nur schlecht Deutsch.
    Selbst die Lehrer machen sich über diese Leute lustig.

  5. Götz Kluge

    “Qualifizierte Ausländer haben mit Sicherheit kein Problem bei der Integration.” Richtig. Und sie sind auch nicht “billiger”, als entsprechende deutsche Fachkräfte.

    Ich betreue in der Betriebsratsarbeit bei einem High-Tech-Unternehmen übrigens viele ausländische Fachkräfte. Das ist ein Vergnügen, das mich anfänglich ziemlich überrascht hatte und mich dazu bewegte, einige meiner eigenen Vorurteile über bord zu kippen: Insbesondere Leute aus eher autoritär regierten Ländern sind viel interessierter an der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland, als ihre deutschen Kollegen, die arbeitsrechtliche Errungenschaften belächeln, die sie ohne Wissen um ihr Zustandekommen trotzdem verspotten. Die ausländischen Ausländer wissen oft viel besser, was wir hier in Deutschland zu verlieren haben.

  6. Can B.

    hey, ich teile auch eure Meinung. Wenn man in einem Land lebt sollte man auch die Sprache des Landes beherrschen.
    Ich spreche aus eigener Erfahrung. Aber ich kann von mir behaupten das mein Deutsch wesentlich besser ist als mein türkisch. Für mich ist Deuschland meine Heimat.
    Ich finde diese Abschottung auch nicht gut.

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