Wahrnehmung der Globalisierung in Deutschland

Während in den Medien die Hypothekenkrise immer weniger Beachtung findet, obwohl da noch nicts ausgestanden ist, will ich mich heute der Wahrnehmung der Globalisierung in Deutschland widmen.

Ich habe oft den Eindruck, dass die globalisierungskritischen Stimmen dominieren. Gerade bei etwas höher gebildeten Menschen, die sich mit Wirtschaft aber nicht auskennen (und oft sogar stolz darauf sind…) wird die Globalisierung abgelehnt bzw. extrem kritisch betrachtet.

In der Diskussion stellt man dann fest, dass von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen nichts bekannt ist und die Kritik meist mit anti-amerikanischem Hintergrund erfolgt.

Ich finde es schade, dass die Diskussion leider oft unsachlich geführt wird und Argumente eigentlich nicht zählen. Es ist in der Regel kaum rentabel, einfache Produkte, wie zum Beispiel Kunststoffrahmen in D herzustellen.

Was ist eure Einschätzung? Könnt ihr diese Beobachtung teilen?

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11 Kommentare zu “Wahrnehmung der Globalisierung in Deutschland”

  1. PatJe

    Also ich finde es immer leicht bedenklich, wenn dann pauschal mit Begrifflichkeiten wie “Kapitalismus” und “neoliberal” herumgeworfen wird, anstatt das mal nüchtern zu betrachten. (Immerhin ist Deutschland Exportweltmeister.) Und Antiamerikanismus taucht auch gerne mal auf. Also schon eine Zustimmung, auch wenn m.E. teilweise zuwenig darüber berichtet wird, welche Folgen die Globalisierung auf die weniger entwickelten Länder und deren Bewohner hat.

  2. Sebastian

    Gerade deinem letzten Satz muss ich besonders zustimmen. Die Folgen der Globalisierung werden von der breiten Masse nur auf Deutschland bezogen.
    Auf der anderen Seite werden aber dann in Entwicklungsländern Sachen angeprangert, die für unsere verwöhnten Verhältnisse vielleicht ein Mißstand sind, vor Ort aber absolut nicht so gesehen werden. Gerade auch die Globalisierungskritiker sehen die Welt oft von oben herab und sind damit den ach so bösen Amerikanern näher, als ihnen lieb ist.

  3. Karl

    Zitat von Sebastian:Auf der anderen Seite werden aber dann in Entwicklungsländern Sachen angeprangert, die für unsere verwöhnten Verhältnisse vielleicht ein Mißstand sind, vor Ort aber absolut nicht so gesehen werden.
    ***

    PROFIL berichtet diese Woche von starker Korruption in Afrika (hier Tansania, aber wohl zu verallgemeinern) in hohen kirchlichen Kreisen bei Spendengeldern. Lt. PROFIL hält transparency international den Bericht zurück um den Kirchen nicht zu schaden.

    Globalisierung der Korruption?

  4. A.K.

    Leider muss ich Dir da zustimmen. Aber mich wundert es auch kaum. Eine ganze Anzahl von Parteien macht sogar auf diese Art und Weise Werbung. Vernünftige, objektivierende Debatten sind mit vielen “Globalisierungs-Kritischen”, wie sich Globalisierungsablehnende neuerdings gerne nennen, ohne dass sich an deren Positionen etwas ändern würde, leider nur selten möglich.

  5. Karl

    @ A.K.
    GLOBALISIERUNG ist ein Modewort. An sich hatten wir die schon immer von Vasco da Gama über Kolumbus bis zu den Kolonien. Die oft sehr selektive Kritik daran ändert genausowenig wie die meist links blinde Friedensbewegung an Krieg und Gewalt. Da wird immer nur im nachinein reagiert, der “current state of affairs”, vom Kongo bis zum Sudan, von Afganistan bis Irak scheint nicht viel Demonstranten zu aktivieren.

    Und selbst von den “Globalisierungskritischen” ist kaum jemand bereit zu Lasten des eigenen Einkommens die Märkte zu öffnen damit die armen Länder eine echte Chance bekommen statt dass wir unter dem Deckmantel der Entwicklungszusammenarbeit Almosen verteilen die bei der Oberschicht dieser Länder landen, und damit wieder in der Schweiz.

  6. Axel

    hier 2 Artikel über die “absolut schlimmen” Folgen der stärkeren Integration in die Weltmärkte in Lateinamerika:
    - http://www.economist.com/displaystory.cfm?story_id=9645174
    - http://www.economist.com/displaystory.cfm?story_id=9645142

    Mittelfristig ist nicht mit ernsten Krisen zu rechnen, also wird in unseren Medien auch nicht drüber berichtet :-)

  7. Karl

    Danke für die Hinweise Axel. Der wichtigste Satz ist wohl:
    >The old middle class believed in state protection. The new middle class is more self-reliant.

  8. Karl

    Da der zweite Satz mal wieder verloren gegangen ist:
    Das wäre auch ein gedankliches Modell für Deutschland. Aber solange die Stgeuern sich noch erhöhen lassen und die “Besserverdienenden” als Schreckgespenst statt als Ziel aufgebaut werden wird es wohl stetig bergab gehen. Trotz temporärer Zwischenstops.

  9. Sebastian

    Ist ja immer die Frage, wem es politisch in den Kram passt.

  10. Karl

    Sebastian, den Meisten!

    Die grössere Gruppe hofft immer auf ein Wunder, ob in Politik (kurzer Zeithorizont) oder Religion (langer Horizont). Und je grösser die Gruppe desto mehr Wählerstimmen.

    Daher kommt der Unsinn. Erzähl mal im Kongo jemand was über “Kinderarmut in Deutschland” oder denen die in Thailand neben den Bahngleisen unter einer Plastikplane leben von der “Neuen Armut” in Deutschland. Die halten dich für einen Kabarettisten. Erzähl ihnen was von unserem Sozialsystem und sie kommen in Scharen.

  11. Christian

    Die Einstellung der Deutschen ist meiner Meinung nach daran schuld. Ich denke, wir hätten sehr viele Ideen die wir einfach nur umsetzen müssen. Aber wir haben einfach vor etwas Neuem zu viel Angst und dann verkaufen wir unsere Rechte an andere Länder und die machen dann das Geld.

    In Deutschland Produkte herzustellen ist durchaus möglich man muss nur wissen wie. Wenn man sich einen guten Plan macht und nicht versucht über das Ziel hinaus zu schießen, dann ist man in Deutschland genau richtig.

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