Das Theater mit dem Milchpreis

Seit einigen Tagen ist nun bekannt, dass der Preis für Milchprodukte steigen wird bzw. schon gestiegen ist. Dies ist auch eine Folge der Globalisierung: Die weltweite Nachfrage ist gestiegen und das führt zu einem höheren Preis. In den Medien findet die Milchpreiserhöhung große Beachtung und auch die Politik hat den Milchpreis zum Anlass für populistische Forderungen genommen.

Es wird fast so getan, als würde ein höherer Preis für Butter zu enormen sozialen Folgen für das Land führen. Diese Debatte ist irgendwie lächerlich. Hier kann man sich mal einen Überblick über die Entwicklung der Preise einiger Lebensmittel verschaffen. Und? Die Steigerung hält sich im Rahmen.

Hier wird nur mal wieder ein Vehikel gesucht, um sich mit merkwürdigen Forderungen als Sozialpolitiker zu profilieren.

Wie zu erwarten wurde sogar gleich gefordert, den Hartz-4 Satz zu erhöhen. Es kommt doch auch niemand auf die Idee, den Hartz-4 Satz zu verringern, wenn die Preise sinken.

Andere Beiträge:


  1. Linkspartei und Globalisierung
    Einen wirklich interessanten Aufsatz von Andre Brie (Mitglied der Linkspartei)...

  2. Blase an der Börse in China
    In der heutigen Ausgabe des Spiegel wird über die aktuelle...

  3. Die LINKE - Freiheit durch Sozialismus???
    Heute geht es auch mal ins Innere: Die Gründung der...

  4. Die Doha-Runde droht zu scheitern
    Auf dem Weg zur weiteren Liberalisierung des Welthandels scheint es...

13 Kommentare zu “Das Theater mit dem Milchpreis”

  1. radek

    moin,
    schade das dein beitrag nicht unter der Rubrik wirtschaft läuft, denn dann könnte man in dieser Richtung argumentieren und käme mE schnell dahinter, das das Argument der Globalisierung hier wohl deutlich überbewertet ist.
    Die Preise für landwirtschaftliche Produkte entwickeln sich leider nicht in einem freien Markt bzw. passen sich die Anbieterstrukturen nicht in der Form an, wie es in anderen Sektoren und Branchen möglich ist.
    Erinnert sei hier an Subventionen (auch für Brachland), Mindestpreise, Quoten etc etc. und nicht zu vergessen die Verhinderung marktlicherer Strukturen der konventionellen Landwirtschaft/Bauern und Sonnenleitern;-P
    - deshalb denke ich, vorsicht vor vorschneller Übernahme der Argumentation irgendwelcher Interessenvertreter, die - und da hast du recht - durch noch absurdere Forderungen von “Sozialpolitikern” gesteigert werden - nur leider werden sie dadurch icht glaubwürdiger

    Bin gespannt, ob das Kartellamt bei solchen konzertierten Preisankündigungen einschreitet.

    Milch trinke ich trotzdem weiter, macht nämlich müde Männer…

  2. Sebastian

    Ja du hast Recht ich hatte die Quotierungen, die ein Hauptproblem der Sache sind, vergessen.
    Ich denke, das Kartellamt wird wohl wenig machen können, die Milchproduzenten saßen bisher immer am kurzen Hebel und nun konnten sie einmal was rausholen.

  3. Torben

    Das mit der Grafiklink verstehe ich nicht ganz. Da wird der Januar 2007 mit Juni 2006 verglichen - das mag noch moderat sein. Nach dem was derzeit an Teuerungsquoten im Umlauf sind, wird Käse aber nicht 5% sondern bis zu 40% mehr Kosten.

    Als Laie liegt mir auch das Nachfrageargument schwer im Magen. Immerhin heisst es, dass Europa Butterberge hortet; die Milchproduktion wird künstlich unten gehalten um den Preis stabil zu halten. Wie kann da ein Nachfrageschub für Preissteigerung sorgen, wenn die Produktionsgrenze noch nich erreicht ist? Vielleicht kannst du als VWLer mir da helfen…

  4. Torben

    Edit zum Beitrag gerade: das mit der Grafik hab ich falsch gesehen - bitte diesen Teil ignorieren.

  5. joker

    Die angekündigte Teuerung (bis zu 50 %) wird sicherlich NICHT stattfinden. Der Wettbewerb der Discounter wird dafür sorgen, daß bald wieder ‘mit der Butter gewunken wird’ …
    Für den Erzeugerpreis bedeutet das mE nichts Gutes, viele betriebe werden weiterhin unterhalb der Kostendeckung wirtschaften müssen.
    Am Ende profitiert nur der Handel - und die Politiker, die sich öffentlich als Retter des Konsumenten zu profilieren versuchen. Die werden sich bald (wieder einmal) die eigene Schulter klopfen können ohne wirklich etwas dafür getan zu haben.
    @Torben:
    Bzgl. der Milch- und Butterpreisentwicklung empfehle ich:
    http://www.zmp.de/agrarmarkt/milch.asp

  6. Sebastian

    @Torben: Das ist eigentlich relativ einfach. Durch die Quote wird das Angebot fixiert, wenn nun die Nachfrage steigt, kann sich die angebotene Menge nicht anpassen und daher steigt dann der Preis.
    @Joker: Danke für den Link.

  7. Torben

    @Sebastian:

    Also eine künstlich Verteuerung. Das ist aber eher nicht typisch für einen gloablisierten Markt. Nebenbei: ist Deutschland das einzige Land, dass seine Preise anhebt?

  8. Karl

    Zum Milchpreis aus PROFIL 6.8.07, Nr.32, von Michael Nikbakhsh

    >Österreichs Bauern…haben allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres 9 300 Tonnen Milch mehr erzeugt, als sie nach den festgeschriebenen EU-Quoten eigendlich dürften und trotzdem steigen die Preise. Seltsam.

    und weiter unten:

    ….schieben Sie es doch auf die Chinesen. Die sind mittlerweile so etwas wie das schwarze Loch der geamten Milchstraße, weil sie laut Industrie alles aufsaugen, wass sie kriegen können: Stahl, Öl, Gas und nun offenbar auch Milchpulver.

    Man stelle sich nur vor, die Chinesen entwickelten plötzlich Appetit auf unsere Kühe.

  9. Karl

    Da wieder einmal der Rest verschwunden ist kommt er jetzt:

    Zitat des Vorstandschefs der Telekom Austria (TREND 8/07): “In unserer Branche gehört es zum guten Ton, dass man klagt.”

    In allen anderen Branchen wahrscheilich auch. Hauptsache man hat einen schuldigen Chinesen.

  10. Sebastian

    Ich sehe keinen Widerspruch.

  11. Karl

    Sollte es auch nicht sein. Aber anscheinend ist die Globalisierung an allem Schuld. Am Abbau des Lohnwuchers in Deutschland genauso wie am Milchpreis.

  12. Holly

    Für den ein oder anderen Politiker bzw. deren Partei sind solche Meldungen doch gefundenes Fressen. Anstatt sich auf ihre eigene Politik zu beschränken und Gelder vernünftig zu verteilen, werden solche Meldungen zum Anlass genommen, um beim Bürger zu punkten. Einfach nur lächerlich…

  13. Westaflex Markenwelt Lufttechnik Schallschutz Filtration » Blog Archiv » Melkhus Traum in weiss

    [...] den Verhandlungen mit großen Supermarktketten und Discountern nicht in der Lage, die von der internationalen Konkurrenz gebotenen Preise Paroli zu bieten. Fusionen würden [...]

Einen Kommentar schreiben:




Beliebte Artikel


Hinweis zum Datenschutz
Sitemap