Die Opfer der Hypotheken-Krise in den USA
Da es zurzeit die einschlägigen Medien beherrscht, werde ich mich heute noch einmal dem Thema Subprime-Krise widmen.
Wie ich bei einem Artikel bereits schrieb, steckt hinter dem Geld immer auch eine reale Person. Bei großen Summen stecken auch unzählige Menschen hinter dem Kapital. In diesem Fall ist es nicht anders.
Die Krise droht jetzt, weil Hypothekenkredite nicht zurückbezahlt werden können. Insbesondere bei Kreditnehmern schlechter Bonität summieren sich die Zahlungsausfälle. Es geht also nicht nur um Aktienkurse, sondern um Menschen, die gerade ihr Haus verlieren. Insbesondere die Kreditnehmer mit schlechter Bonität sind meiner Meinung nach Opfer der ganzen Geschichte.
Es leider eben nicht so, dass man überall einen mündigen Kunden erwarten kann, der alle Vor- und Nachteile seiner Entscheidungen abwägen kann. Die Banken haben vermehrt und gerne auch Kredite zur Baufinanzierung an Kunden mit schwacher Bonität gegeben. Eine umfassende Beratung über die Risiken dürfte kaum stattgefunden haben, obwohl gerade in Finanzfragen viele Menschen kaum über Wissen verfügen.
Das Zahlungsausfallrisiko ist bei solchen Krediten natürlich höher. Dieses Risiko lassen sich die Banken in Form von Zinsen ausgleichen. Der Dumme is dann also letztlich der Kreditnehmer, der einen Kredit bekommt, den er eigentlich nicht hätte bekommen sollen.
Er kauft davon ein Haus und ist zunächst zufrieden. Nun steigen aber die Zinsen und die Raten für den Kredit überfordern den Kreditnehmer. Auch der Wert der Häuser steigt nicht weiter wie gewohnt. Es bleibt keine andere Möglichkeit mehr: Die Banken werden das Haus verwerten, wobei der Preis ist dabei wahrscheinlich geringer ist, als die Höhe der Hypothek. Die Preise sind ja gefallen.
Was ist die Folge? Aus dem Verkauf des Hauses sieht der Kreditnehmer keinen Cent, im Gegenteil er hat wahrscheinlich noch weitere Schulden bei der Bank.
Am Ende muss die Bank vielleicht einen Teil des Kredits abschreiben, aber für die wirklichen Opfer ist ein Traum geplatzt und vielleicht eine Existenz zerstört.
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am 1. August 2007 um 9:57 pm Uhr.
1. In den USA ist das Flip Over von Häusern aus Spekulationsgründen die Grundlage des Problems. Leute kaufen ein Haus in der Annahme dass der Markt steigt und verkaufen es nach 3 Monaten wieder mit Gewinn.
2. Subprime Lending ist ein Tool das richtig angewandt durchaus Sinn machen kann wenn das Porfolio gemischt ist und die historischen Ausfallraten bekannt sind.
3. Wenn Spekulanten und Banken bzw. deren Mitarbeiter (auch bei uns gibt es Schalterprovisionen die manchem armen Mütterchen in hohem Alter schon zum Baussparvertrag verholfen haben) zu gierig werden und das ursprüngliche Modell vergessen, dann passiert es.
4. Anschliessend fällt man von einem Extrem in das andere. Beispiel einer grossen deutschen Bank vor einigen Jahren: Zuerst werden 120 % des Kaufpreises mit der Begründung finanziert dass Leute im Lauf der Zeit das durch Gehaltszuwächse auffangen. Annahme: Bonitätsdprüfung ist OK. Was passiert? Provisionen führen zur Aufblähung des Geschäft in diesemSektor, wegen Provisionen beim Geldverkauf mit vom Filialleiter im Eigeninteresse wohlwollend beurteilter örtlicher Bonität. Ende: 1 Jahr später, als man das Ausfallrisiko neu bewerten musste, wurden nur noch 60 % des Kaufpreises finanziert.
Das Gleiche ist jetzt in den USA passiert.
am 2. August 2007 um 6:41 am Uhr.
Danke für den fachlich fundierten Hinweis von einem Branchenkenner.
am 2. August 2007 um 7:28 pm Uhr.
Hallo Sebastian, das ist wohl von der Branche unabhängig. Das kollektive Gedächtnis scheint nicht zu funktionieren. Ob die Tulpenspekulation der Vergangenheit, das Zusammenbrechen der Savings and Loans (US-Sparkassen) vor nicht allzu langer Zeit, der “Neue Markt” mit seinen gewinnlosen Geschäftsmodellen vor einigen Jahren, der Abschwung des Daxes zur Zeit oder der naive Glaube dass der Staat Geld drucken kann um Wohltaten zu bescheren, wenn der Eindruck entsteht dass es Etwas für Nichts gibt dann ist die gemeinsame Gier stärker als das Gedächtnis und die Dummen werden wieder abgezockt. Aber irgendwie betteln sie darum.
am 7. August 2007 um 8:25 pm Uhr.
Zum Thema “Subprime Lending” in Deutschland.
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am 8. August 2007 um 6:28 am Uhr.
Es ist leider sehr aufwändig, diese Anzeigen manuelle auszuschließen. Ich hoffe die Leser dieser Seite fallen auf Bauernfängerei nicht herein.
am 18. Oktober 2007 um 4:18 am Uhr.
Sehr wichtig erscheint mir das Phänomen , dass sich die Amerikaner mit steigenden Immobilienpreisen mehr verschuldet haben . Man hat also weniger auf Rückzahlung gesetzt sondern den durch Spekulation erzeugten ” Gewinn ” verpulvert . Wenn dann die Wertentwicklung in die andere Richtung geht ist das Entsetzen groß und für viele schnappt die Falle zu . Bitte mal unseren viel zu wenig beachteten Landsmann Kurt Richebächer lesen . Der warnte schon lange ganau davor .