Pensionsfonds und Investmentfonds

oder die Demokratisierung des Kapitals…

Auf Wunsch widme ich mich heute diesem Thema. Der Kapitalverkehr wird von vielen Seiten meist sehr kritisch betrachtet. Immerhin ist Kapital sehr schwer vorstellbar und nicht greifbar. Es handelt sich also um etwas “unbegreifbares”, weshalb es vielen Menschen schwerfällt sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Hört man von den gigantischen Summen, die quer über den Erdball bewegt werden, dann kann einem schon anders werden. Ich nenne hier die Zahl von 1,5 Billionen (=1.500 Milliarden = 1,5 Millionen x 1 Million) für den täglichen Kapitalverkehr.

Kontrollieren kann man den Kapitalverkehr nur schwer. International wird das Geld innerhalb von Sekunden verschoben. Das richtet zum Teil großen Schaden an, z.B. bei der Asienkrise. Wer steckt aber hinter dem ganzen Geld?

Man vermutet hinter dem Geld dann schnell die ”Großen”: Konzerne und Superreiche. Was man bei dieser Betrachtung aber vergisst, global gesehen, gehören wir zu den Reichen. Hier habe ich mich schonmal mit diesem Thema befasst. Es ist so, dass die “institutionellen Anleger” (Banken, Versicherungen, Rentenfonds), also die, wo der Normalbürger sein Geld hinbringt. Auch Tagesgeld gehört dazu. 55 Billionen € verwalten. Davon geht ein enormer Teil auf das Konto der Rentenfonds,  in die fast nur von normalen Arbeitnehmern eingezahlt wird. Das Kapital ist also zu einem großen Teil wieder auf Normalbürger zurückzuführen. Diese vergleichen sehr genau, wo sie das Geld für die Altersvorsorge anlegen, daher müssen die Fonds, Banken etc. hohe Rendite erwirtschaften, um bei den Anlegern eine Chance zu haben.

Letzlich ist es also doch der einfache Bürger, der hinter alledem steckt. Durch das strenge Vergleichen von Fonds für die eigene Altersvorsorge, (Das ist ja völlig normal.) wird also das Renditestreben der institutionellen Anleger erzeugt.

Man könnte jetzt natürlich, wie z.B. beim Strom einen Anbieter wählen, der für eine Politik steht, die man selbst vertritt. Nur dann würde man im Alter vielleicht auf eine Menge Geld verzichten. Das muss jeder selbst entscheiden. Wahlmöglichkeiten gibt es ja.

Hier in Deutschand ist das System natürlich ein anderes. Der Staat sorgt für die Altersvorsorge. Man zahlt Pflichtbeiträge und bekommt am Ende das, was in der Kasse ist. Dieses Umlagefinanzierte System ist insbesondere durch den demografischen Wandel in Deutschland unter Druckgeraten. Es zahlen weniger Leute ein, auf der anderen Seite, wollen aber mehr Leute Geld haben.

Andere Beiträge:


  1. Geburtenrate in Entwicklungsländern
    Im Ärzteblatt ist heute ein Artikel, der sich mit den...

  2. Die Devisenreserven und der Dollar
    Wie in der aktuellen brand eins nochmals aufgeführt, verfügt China...

  3. Die Globalisierung ist schuld
    In einem Beitrag im Hamburger Abendblatt mit dem Titel "Die Schwäche...

  4. Blase an der Börse in China
    In der heutigen Ausgabe des Spiegel wird über die aktuelle...

  5. Hypothekenkrise führt zu Schlangen vor Banken
    In England kann man zur Zeit Szenen beobachten, die man...

3 Kommentare zu “Pensionsfonds und Investmentfonds”

  1. MarinaGrogger

    Der Beitrag sagt genau dass, was ich mir seit zwei Wochen denke. Die Verantwortung für die Globalisierung liegt bei jedem kleinen Aktionär/in, Mitbesitzer/in von Rentenfonds, jede einzelne Person, die bewusst und vielmehr unbewusst am Kapitalverkehr mitverdient.
    In meiner Seminararbeit beschäftige ich mich mit der Schering AG, die in Streubesitz war und im vergangenen Jahr von der Bayer Chemie zu einem wesentlich erhöhten Kapitalwert übernommen wurde. Beim Seminar Globalisierung vs. Nationalstaat stellte ich einen kleinen Ausschnitt der Arbeit vor. Einzelne Teilnehmer - verbale Globalisierungsgegner bedauerten, nicht rechtzeitig Aktien gekauft zu haben. Der Verantwortung in der Rolle als sogenannter Besitzer oder Anteilseigners waren sie sich nicht bewusst.
    Freue mich sehr über den Beitrag!
    Schönen Tag Marina

  2. André

    Hallo,

    interessant ist doch aber, dass sich das Anlageverhalten der Deutschen geändert hat. So sinkt der Anteil des Geldes, welches in Aktien angelegt ist, deutlich, obwohl das Gesamtvermögen der Deutschen deutlich wächst.
    Der Anleger will eigentlich nur ein solides Geldaufbewahrungsinstrument, dass die Geldentwertung bremst/stoppt und eine kleine Renditechance beinhaltet. Nur wie der Weg zu einem fairen miteinander im Kapitalverkehr aussieht, darauf habe ich noch keine schlüssige Antwort gehört.

  3. Sebastian

    Das ist wirklich ein interessantes Thema. Das werde ich Zukunft sicher in den einzelnen Facetten noch näher betrachten.

Einen Kommentar schreiben:




Beliebte Artikel


Hinweis zum Datenschutz
Sitemap