Die Folgen der Globalisierung für Deutschland
Heute habe ich ausnahmsweise mal keinen Artikel gefunden, der mein gesteigertes Interesse gefunden hat. Deshalb befasse ich mich mit einem allgemeineren Thema: Die Folgen der Globalisierung für Deutschland
Ich bin mir sicher, dass ich dieses Thema nicht in einem kurzen Artikel in allen Facetten betrachten kann, deshalb fordere ich alle Leser auf, sich in den Kommentaren zu weiteren Aspekten zu äußern.
Ich betrachte zunächst die Exportwirtschaft: Dies ist ein relativ einfacher Punkt, da dieser Wirtschaftszweig von der Globalisierung wohl am deutlichsten profitiert. Die Aktien steigen immer weite und erreichen Höchstwerte. Deutschland ist (noch) Exportweltmeister. Darauf wird viel Wert gelegt, aber alleine aufgrund der Größe wird China uns sehr bald überholen.
Die zweite Branche, die ich betrachte, ist die Logistik: Hier erlebt man geradezu einen Boom. Ich bin sehr oft in Hamburg und bin beeindruckt, wie sich der Hafen entwickelt und auch drumherum die Logistikzentren aufgebaut werden. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands boomt die Logistik, denn der gewaltige Warenverkehr muss abgefertigt werden.
Natürlich gibt es auch Wirtschaftsbereiche, die leiden: Ein Beispiel hierfür ist die “Weiße Ware“, die Kosten in Deutschand sind zu hoch, so dass wohl außer Miele kein Unternehmen langfristig in Deutschland produzieren wird.
In den Medien ist es so, dass große Massenentlassungen ein riesiges Interesse wecken, die vielen kleinen Erfolge jedoch nicht oder kaum wahrgenommen werden. Das ist ein Grund, warum Globalisierung ein Begriff ist, der so negativ besetzt ist.
Trotzdem kann man nicht bestreiten, dass die schlecht qualifizierten Arbeitnehmer die Verlierer der Globalisierung sind. Man muss anerkennen, dass es gerade für die etwas ältereren Arbeitslosen auch kaum Hofnung gibt. Die neuen Technologien und Kenntnisse sind eben für diese Menschen nicht so ohne Weiteres zu erlernen.
Auch die Empfänger von Sozialleistungen sind Verlierer, denn der Staat steht nun viel mehr in Konkurrenz zu anderen Staaten und kann sich ein großzügiges Sozialsystem vielleicht bald nicht mehr leisten.
Es gibt viel Kritik an der Globalisierung, vieles davon ist gerechtfertigt, aber gerade bei den Umverteilungsdebatten innerhalb des eigenen Landes muss man zwei Punkte beachten:
1. Die Größe des “Kuchens” den man verteilen kann ist nicht fix, sondern wird durch höhere Abgaben in vielen Fällen reduziert. Dann gibt es auch weniger zu verteilen. Diesen Punkt scheinen viele Menschen nicht zu verstehen und damit wird Populismus betrieben. (z.B. hier oder hier)
2. Selbst im jetzigen Zustand sind die Empfänger von Sozialleistungen besser gestellt, als die meisten Menschen auf dem Rest der Welt.
Das ist jetzt keine Aufforderung weiter zu kürzen, aber es soll deutlich machen, dass die Handlungsmöglichkeiten viel kleiner sind, als so mancher denkt.
Andere Beiträge:
- Wahrnehmung der Globalisierung in Deutschland
Während in den Medien die Hypothekenkrise immer weniger Beachtung findet,... - Argentiniens Schuldendienst und seine Folgen
In der FTD findet sich heute ein Artikel, der sich... - Linktipp: Linksammlung zur Globalisierung
Heute wollte ich mal eine wirklich sehr gut gepflegte Linksammlung... - Protektionismus vs. Globalisierung
Dass die Globalisierung auch negative Auswirkungen hat, ist mittlerweile jedem... - Referat Globalisierung: Was nun? (Update)
Einige der Besucher dieser Seite suchen nach Informationen, um ein...
am 23. Juli 2007 um 1:28 pm Uhr.
wäre ja fast ein Thema für so ein Blog-Karneval
Viele reden ja auch von der kulturellen Globalisierung und spitzen diese dann gerne auf das Stichwort “McDonaldisierung” zu, um ihrer Kritik Ausdruck zu verleihen. Ich hingegen - um beim Thema Nahrung zu bleiben - speiste vorgestern einen schmackhaften Couscous-Salat (also eine nordafrikanische Speise) und wurde gewahr, dass danach vor ein paar Jahren noch kein Hahn gekräht hat. Blödes Beispiel allerdings.
Interessant finde ich die Frage nach einer politischen Globalisierung, gerade weil diese aufgrund der nationalstaatlichen Beharrungskräfte ja auf den ersten Blick so unwahrscheinlich scheint. Bislang sind scheinbar nahezu nur Verhandlungssysteme nach dem Muster der G8 erkennbar, die zwangsläufig nur Minimalkonsense erreichen können, die wiederum keinen wirklich bindenden Charakter haben (Bsp. Kyoto).
am 23. Juli 2007 um 3:33 pm Uhr.
Gute Idee mit dem Blog Karneval… werde mir mal ein interessantes Thema überlegen.
am 25. Juli 2007 um 10:02 am Uhr.
Ein sehr interessanter Artikel! Das Thema ist wirklich sehr komplex und in einem Blog Artikel kann leider immer nur ein winziger Aspekt davon beleuchtet werden, immerhin will der Leser ja einen relativ kurzen Blog-Eintrag und kein Buch lesen!
Ich finde einen sehr interessanten Aspekt an dem Thema das sich das Kapital zu verselbständigen scheint. Nicht mehr die Menschen regieren und kontrollieren aufgrund ihrer Bedürfnisse sondern es zählt nur das Streben nach dem Mehrwert. Ich plane auch einen Beitrag dazu. Was denkt ihr dazu?
am 25. Juli 2007 um 10:37 am Uhr.
Ja, das ist ein interessanter Aspekt. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass auch das Kapital gewissermaßen demokratisiert ist. Immerhin gehören die Pensionsfonds und Rentenfonds in den USA und anderswo zu den größten Kapitalverwaltern. Die schieben das Geld u. a. auch in die Hedgefonds etc. Eine hohe Rendite dient in diesem Fall also den kommenden Rentnern.
Nur bei uns in D hat man dafür wenig Verständnis, da bei uns alles fest in staatlicher Hand ist.
am 25. Juli 2007 um 11:11 pm Uhr.
Sebastian, genau zu solchen Themen wie in Deinem Comment über mir wünsche ich mir Beiträge!
am 26. Juli 2007 um 6:13 am Uhr.
OK, ich werde mich der Sache beizeiten mal annehmen.