Die Entwicklung in Mitteleuropa

In der NZZ ist heute ein sehr interessanter Artikel zur Entwicklung der mitteleuropäischen Schwellenländer. Es geht um die Frage, ob und wie diese Länder es schaffen konnten, zu wirtschaftlicher Stabilität zu gelangen.

Diese Entwicklung wurde von der EU vorangetrieben und ermöglicht. Durch die Mitgliedschaft in der EU ist das Risiko für Anleger gesunken. Schon die Bedingungen, die den Ländern vor den Beitritten zur EU auferlegt wurden haben gewirkt.

Aber nicht nur das: Bereits kurz nach der Wende wurden Reformen eingeleitet, die diese Länder schon auf einen guten Kurs brachten.

Die Reformen führten, anders als beispielsweise in Lateinamerika, auch zu einer sozialeren Gesellschaftsstruktur.

Andere Beiträge:


  1. Geburtenrate in Entwicklungsländern
    Im Ärzteblatt ist heute ein Artikel, der sich mit den...

  2. Entwicklungshilfe auf dem Prüfstand
    Die Wirtschaftswoche hat in der Ausgabe von letzter Woche das...

  3. Die Asienkrise und ihre Lehren
    Vor ziemlich genau 10 Jahren begann die Asienkrise und stürzte...

  4. Bank des Südens ( Banco del Sur )
    In Südamerika wird eine Alternative zu IWF und Weltbank gegründet....

  5. Globalisierung und Klimawandel
    Globalisierung und Klimawandel sind zwei Begriffe, die in den letzten...

12 Kommentare zu “Die Entwicklung in Mitteleuropa”

  1. Karl

    Mich stört dass dabei mit zweierlei Mass gemessen wird. Bei Rumänien und Bulgarien heisst es trotz Allem was z.b. der SPIEGEL über Verbrechen, Unterdrückung und Wirtschaftskriminalität schreibt “Augen zu und durch”, im Fall der Türkei geschieht genau das Gegenteil.

    Fazit: biste Christ
    und bauste Mist,
    biste immer besser dran
    als im Islam

    Hoch der europäische Laizismus!

    Schönen Sonntag
    Karl

  2. MarinaGrogger

    Europa ist, was Religionen betrifft, innerhalb der Mitgliedsstaaten weder einheitlich noch laizistisch. Die Widerstände gegen den Beitritt der Türkei sind nicht nur religiöser Natur sondern wesentlich vielfältiger. Die Größe des Staates, der Nationalismus, die demografische Entwicklung, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und deren reale Umsetzung zu Menschenrechten, zu Haftbedingungen, Anerkennung anderer Religionen, die Rolle der Armee im Staat usw usw.
    Es ist irgendwie seltsam, der Streit zwischen der orthodoxen byzantinischen und katholischen Kirche hat in der Türkei großen Schaden angerichtet. Die Diskussion um die orthodoxe Religion in Bulgarien spielte jedoch beim Beitritt überhaupt keine Rolle, wahrscheinlich weil mit Griechenland und Zypern bereits orthodoxe Länder Mitgliedsstaaten der Union sind. Argumente sind eben immer dann praktisch wenn sie der eigenen Meinung dienen.
    Einen schönen Sonntag
    Marina

  3. Sebastian

    Klar wird mit zweierlei (oder mehr) Maß gemessen, aber ich denke die Türkei ist ein Sonderfall. Auch geografisch ist ja der Großteil des Landes nicht mehr in Europa.

  4. Karl

    Aber Hallo,

    Malta, Zypern, ein großer Teil Siziliens und Griechenlands liegen in Afrika, geografisch/wissenschaftlich gesehen. Die Türkei liegt nach den gleichen Kriterien überwiegend in Europa.

    Hier wird das Fach Geographie argumentativ missbraucht um Leute aufs Glatteis zu führen.:-))

    Und sonst kann ich ausser der Religion in einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt (ich glaube 9.Stelle) keine Abweichungen erkennen. Immerhin wird mittlerweile ein Drittel der europäischen Autos in der Türkei gebaut. Und wir haben über Millionen von Türken in Deutschland und Europa eine enge Verbindung zu dem Land. Diese Minderheit entscheidet in 20 Jahren in Deutschland bequem die Wahlen.

    Die Gefahr ddie Türkei nicht in Europa aufzunehmen ist beträchtlich. Die Politiker, die die Hintergründe kennen suchen deshalb einen Weg - wenn sie nicht gerade Wahlen gewinnen müssen.

    Auch Israel existiert nur aus innenpolitischen US-Gründen, bei der Türkei in Europa ist es umgekehrt.

  5. Karl

    Ich möchte das Vorige noch ergänzen. Diejenigen die seit dem Fall des eisernen Vorhangs aus religiösen, und keinen anderen, Gründen versuchen die Türkei aus der EU herauszuhalten tun sich selbst einen Bärendienst. Wie die Diskussion vor der heutigen Wahl in den deutschen Medien zeigt werden für das Land mittelfristig nur 2 Alternativen gesehen: Europa oder der Islam. Falls sich an der Grenze der EU wegen dieser späten Kreuzritter ein Islamischer Block einschl. Bombe ergibt, was dann? Für Europa, für Israel, für die Welt?

    Auf die Dauer wird sich die Türkei nicht beleidigt zurückweisen lassen und andere Lösungen suchen. Wir sollten heilfroh sein wenn sich das Land bereiterklärt in die EU zu kommen.

    Warum wollen die Amerikaner wohl in Osteuropa einen Raketenschild aufbauen? Die denken wahrscheinlich etwas weiter was die geopolitische Lage unter den Einfluss von Partikulärinteressen in der EU angeht. So wird mit der christlichsten aller Absichten der nächste Kalte Krieg schon mal als Ergebnis in die strategischen Überlegungen einbezogen und vorsichthalber programmiert. Das wird dann eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Schäuble wird schon wissen weshalb er uns auf Veränderungen bei den Bürgerrechten vorbereitet. Und Steinmeier weshalb er die Türkei in die EU holen will.

  6. Sebastian

    Natürlich gibt es auch gute Gründe für eine Aufnahme in die EU, aber man darf zwischen den vielen Stammtischparolen trotzdem nicht vergessen, dass Kultur schon ein wesentlicher Faktor ist.

  7. Karl

    Es gibt schon ausreichend tote Kulturen. Aber vielleicht nutzen ja die Raketen der Amis in Polen, leider ist das dicht an unserer Grenze falls da doch mal Hiroshima geübt werden sollte.

    Die meisten Leute vergleichen unsere Kultur mit dem Verhalten des von der deutschen Gesellschaft zurückgewiesenen armen Gastarbeiter aus einem Dorf in Anatolien weil sie sonst mit türkischer Kultur noch nichts zu tun hatten und vergessen dass wir die RAF hatten, die Autonomen und die PISA-Studie haben und ganz nebenbei noch sechs Millionen Juden (viele andere Verfolgte wie z.B. Edzard Reuter haben wegen der Gastfreundschaftskultur der Türken dort überlebt) umgebracht haben, wirklich ein Grund auf eine Kultur stolz zu sein die soetwas hervorbringt. Oder wollen wir nur die Türken davor schützen?

    Dir Türkei hat sogar ein Kulturministerium, ein ganz unparteiisches Zentralabitur und hervorragende Universitäten, man sollte es nicht glauben.

    Nach den heutigen Wahlen besteht noch mehr Grund die Europa-freundlichen Kräfte in der Türkei zu unterstützen.

  8. Sebastian

    Darum geht es doch garnicht. Außerdem haben die Türken auch genug auf dem Gewissen. Nur: Sie sind mit der Verarbeitung des Ganzen nicht so auf Zack.

  9. Karl

    Worum geht es denn dann?

  10. Axel

    Weiss wirklich nicht, ob “neoliberale” Reformen zu einer “sozialeren” Gesellschaftsstruktur führen. Der gini-Index hat sich jedenfalls in den meisten Ländern kurzfristig erstmal nicht unbedingt in Richtung mehr Ausgeglichenheit entwickelt.
    Sozialleistungen sind gekürzt worden. Z.B. sind in Chile eine Menge Leute nicht ordentlich krankenversichert. Lange Zeit galt in Krankenhäusern die Regel, dass diese Leute aufgenommen wurden, wenn die einen Unfall hatten und keinen finanzkräftigen Bürgen.
    Auf der anderen Seite hat sich der Kuchen unzweifelhaft nachhaltig vergrössert. Und mittlerweile ist auch etwas mehr Geld für Soziales da.
    Grundsätzlich profitieren aber imho von mehr Marktwirtschaft erstmal überproportional Leute, die “Marktwirtschaft können”. Durch den Druck entwickeln Menschen stärker ein Bewußtsein für den markt-aspekt ihrer Existenz.

    Gruß Axel

  11. Sebastian

    Karl, die Türkei hat sicher auch Vorteile für die EU, aber es kann keine unendliche Erweiterung geben. Irgendwo muss Schluss sein, wenn die Türkei noch mitmachen darf, dann aber wirklich als letztes. Da streiten sich eben die Geister.
    Axel, genau das schreibe ich doch oben. Ob irgendwann auch die armen profitieren? Der Trickle-Down-Effekt wird ja stark angezweifelt.

  12. Axel

    Gibt da einfach nicht die Gruppe “die Armen”. Bildungsunterstützung gibts in marktoffenen Schwellenländern wohl vergleichsweise viel.
    Natürlich profitieren auch Arbeiter in Kupfer-Minen von den hohen Preisen. Wird da z.Zt. eine Menge gestreikt, auf Gesundheitsprobleme hingewiesen, etc.
    Ganz global wird mittelfristig die Nachfrage nach nicht so gut ausgebildeten sowieso eher sinken. Irgendwann wird das zu einer Frage der Ausbildungssysteme.
    Trickle-down erfordert jedenfalls in der Praxis auch eine Menge an richtigen Entscheidungen, Mühen und Glück. von den Marginalisierten selbst. Alle werden dazu nicht in der Lage sein.

Einen Kommentar schreiben:




Beliebte Artikel


Hinweis zum Datenschutz
Sitemap