Neues zum Währungsfonds

Mittlerweile scheint sich die Vernunft durchzusetzen. Wie die NZZ berichtet, plant der IWF nun, die Stelle auszuschreiben. Das könnte einen Bruch mit der bisherigen Tradition bedeuten, dass der Spitzenposten der Organisation von einem Europäer besetzt wird.

Die Entwicklungsländer, insbesondere China, Indien und Brasilien hatten gefordert, dass diese Tradition beendet werden solle. Meiner Meinung nach ist diese Forderung berechtigt. Die Verhältnisse auf der Welt haben sich seit 1944 (Bretton Woods) enorm verändert und dem muss Rechnung getragen werden.

Ob das Ganze nun wirklich zu einer Änderung führt, steht aber nicht fest. Die NZZ schreibt:

“In den Richtlinien heisst es weiter, dass die Nominierungsperiode sofort beginne und bis zum 31. August offen sei. Danach werden die Kandidaten in Washington interviewt. Im Anschluss daran wollen die Exekutivdirektoren den neuen Managing Director wählen. Gegenwärtig ist nicht bekannt, ob es sich bei den Richtlinien um eine abstrakte Bemühung handelt, um den Wünschen von Ländern entgegenzukommen, die bisher bei der Willensbildung der Institution nur eine untergeordnete Rolle spielten, oder ob die Exekutivdirektoren selbst Kandidaten in petto haben, die sie nominieren wollen. Die politische Realität der Machtverhältnisse beim Währungsfonds spricht freilich dafür, dass der nächste Managing Director Strauss-Kahn heissen wird. “

Wir werden dann sehen, ob sich der IWF reformieren kann. An der Zeit wäre es.

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2 Kommentare zu “Neues zum Währungsfonds”

  1. MarinaGrogger

    Es wäre zu wünschen,dass eine offene Ausschreibung mit Nominierungsfrist eine Verbesserung bringen kann. Nun kennt man Ausschreibungsverfahren im öffentlichen Dienst, welche das bestätigen woran im Vorfeld heftig lobbyiert wurde. Manchmal dient es einzig und allein der öffentlichen Absicherung interner Entscheidung. DAs zum einen und zum anderen stellt es eine Schwächung der europäischen Position dar. Denn die gegenseitige Vereinbarung, dass im IWF-US und in der Weltbank- Europa den Vorsitz hat, würde damit fallen. Nicht dass ich dies verteidige, aber eine Stärkung Europas würde mir besser gefallen. ZB den Sitz im IWF im Gegenzug auch öffentlich ausschreiben und Initiativen Europas hinischtlich des faktischen Vetos im IWF. In der jetzigen Verteilung der Stimmrechte nach Quoten (ist zwar nicht mehr aktualisiert aber aktuell) hätte Europa viel mehr Macht und dadurch Einfluss auf die Rahmenbedingungen der Vergabe von Geldern und Projekten.

  2. Sebastian

    Klar, aus europäischer Sicht leuchtet das ein. Im Verhältnis zu den USA auch.
    Ich sehe hier aber in erster Linie das gesamte System inkl. Weltbank als reformbedürftig an.(Das ist übrigens umgekehrt Weltbank-USA und IWF-Europa.)
    Gerade die Vorherrschaft der USA stellt ein großes Problem dar.

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