Globalisierung als “Schlüssel zur Zukunft”

Vorgestern wurde die Rede Angela Merkels anlässlich ihres Besuchs der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg veröffentlicht. In dieser Rede vom 11.06. bezieht sie sich auch stark auf das Thema Globalisierung.

Merkel betrachtet Globalisierung als “Schlüssel zur Zukunft”. Sie sagt:

“…ich bin zutiefst davon überzeugt: Globalisierung ist keine Naturgewalt, sie ist eine von Menschen gemachte Entwicklung, die wir gestalten müssen, die wir auch gestalten können. Die Alternative wäre Isolation. Und das ist keine menschlich verantwortbare Alternative.”

In diesem Punkt kann man nicht widersprechen. Die Globalisierung ist ohne Isolation nicht zu stoppen. Allerdings gibt es Moglichkeiten den Prozess der Globalisierung zu beeinflussen. Wie stellt Merkel sich das denn vor?

Einen wichtigen Punkt sieht sie in der “Erhaltung und Entwicklung unseres europäischen Sozialmodells … Damit sichern wir uns Wohlstand, Wachstum, Beschäftigung und soziale Sicherheit. Aber natürlich stehen wir dabei vor einer großen Herausforderung”.

Diese Herausforderung sieht sie unter anderem darin, dass der Anteil der Europäer an der Weltbevölkerung enorm abnehmen wird. (Von 25 % auf 7% in 100 Jahren)

Was sieht sie als wichtige Aufgaben? “Wir brauchen den Abbau von Handelsbarrieren und unnötiger Bürokratie, wir brauchen Patentrecht, Schutz des geistigen Eigentums, wir brauchen Wettbewerbsfähigkeit. ”

Das Ganze beinhaltet also keine großen Neuigkeiten. Auf dem Gebiet der Globalisierung ist nichts neues zu erwarten. Merkel bezieht auch hier mal wieder keine eindeutige Stellung. Auf der einen Seite soll das Sozialmodell erhalten und auf der anderen Seite der Freihandel gestärkt werden. Hier wären konkretere Ideen wünschenswert.

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2 Kommentare zu “Globalisierung als “Schlüssel zur Zukunft””

  1. MarinaGrogger

    Es ist schön von einer nationalen Politikerin zu hören, dass globale Probleme wichtig sind. Die Antworten können jedoch nur nationale sein, da sie nicht global, sondern national wieder gewählt wird.
    Einige Lösungen höre ich raus: Man nehme, aufgrund der rückläufigen Bevölkerungszahl entsprechend der Machbarkeit in Deutschland Menschen aus wohlfahrtsärmeren Ländern auf, dann sind zumindest diese Menschen schon “besser dran”.
    Man finde ein Modell, dass soziale nationale Wohlfahrt mit internationalem Freihandel vereinbart. Bevor ich mich auf diese großartige Idee und naive gedankliche Ebene einlasse, will ich lieber weiter nachdenken. Da Merkel keineswegs unintelligent ist, wäre oberflächliche Betrachtung nicht zielführend.

  2. Sebastian

    Das Problem ist meiner Meinung nach, dass es eben zwei verschiedene Ziele sind. Egal, was viele Globalisierungsbefürworter sagen, die laufen nicht Hand in Hand. Freihandel ist für Deutschland (noch?) vorteilhaft. Die Frage ist, ob das immer so bleiben wird und wie die Politik sich dann drehen wird.

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