Big-Mac-Index hat wenig Aussagekraft

In der Süddeutschen wird heute wieder einmal der Bic-Mac-Index thematisiert. Er soll ein Indikator für Wechselkurse sein.

Das ist natürlich Quatsch. In dem Beitrag wird angeführt, dass der Bic-Mac überall aus den gleichen Zutaten besteht und daher überall gleich teuer sein müsste. In der Realität findet die Preisbildung aber durch Angebot und Nachfrage statt und nicht über die Kosten.

Wenn die Nachfrage in einem Land also geringer ist, dann wird der Bic-Mac dort billiger angeboten.

Auch zum Vergleich der Kaufkraft eigent sich der Bic-Mac-Index nicht. In westlichen Länder ist es ein Jedermann-Essen, vielleicht sogar eher für untere Einkommensklassen. In den Entwicklungsländern ist ein Besuch bei McDonalds für viele Menschen Luxus.

Mit dem Bic-Mac-Index lassen sich vielleicht Tendenzen erkennen, ein verlässliches Instrument für ökonomische Analysen stellt er aber nicht dar.

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5 Kommentare zu “Big-Mac-Index hat wenig Aussagekraft”

  1. Christian

    Die Frage ist doch - wie bei allen sozialwissenschaftlichen Untersuchunge: Was ist die Alternative? Wie kann man sonst rausfinden, ob ein Wechselkursverhältnis gerechtfertigt ist?

  2. Sebastian

    Bei freien Wechselkursen regelt der Markt den Kurs. Dann sind die Kurse auch gerechtfertigt.
    Wird staatlich in den Kurs eingegriffen (wie meist der Fall), dann wird es natürlich schwieriger. Der Bic-Mac-Index kann aber hier kein wirklicher Maßstab sein.

  3. anonym

    In der Big Mac Produktion liegt wohl kein Engpass vor, daher werden die Preise von Big Macs sehr von den Kosten und der Konkurrenz gesteuert (geschlafen in Microoekonomie!). Einen Hamburger braten kann wohl auch (fast) jeder, so dass die Konkurrenz die Preise auf Kostenniveau drückt, so dass der Bic Mac Index sehr wohl Kosten wiederspiegelt und damit ein Kaufkraftparitäten. Natürlich sind nicht nur Lebensmittelkosten drin, sondern auch Personal, Franchisinggebühren, Steuern, Installationen und diese können das Bild verzerren.

  4. Sebastian

    Da vergisst du aber Effekte des Branding komplett.

  5. Globalisierungsblog » Die Globalisierung der Unternehmen

    [...] sind stark globalisiert. In (fast) jedem Winkel der Welt kann man Big-Macs essen, daher gibt es den Big-Mac-Index, der als Vergleichsmaßstab für die Kaufkraft einder Währung genommen wird. Auch Coca-Cola kann [...]

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