Die Aussichten der BRIC Länder
Die Länder Brasilien, Russland, Indien und China werden als Schwellenländer oft mit der Abkürzung BRIC bezeichnet. Viele Banken und Fondsgesellschaften bieten sogar eigene BRIC-Fonds an.
Sind die Zukunftsaussichten der BRIC Länder wirklich so rosig, wie immer behauptet? In der Zeit war schon vor längerem ein interessanter Artikel zu dem Thema.
Problematisch ist demnach, dass diese Länder abgesehen von China relativ geringe Investitionen in die Zukunft tätigen.
China investiert stark in Infrastruktur und in andere wichtige Bereiche. In China wird sich die Wirtschaft vermutlich auch in Zukunft gut entwickeln.
Die anderen Länder können dies nicht von sich behaupten:
Brasilien ist das Land, das in den letzten Jahren die geringsten Wachstumsraten der BRIC Staaten hatte. Ein großes Problem stellt schon jetzt die schlechte Infrastruktur des Landes dar, die sich zu einem Wachstumshindernis entwickelt. Die Investitionen in Infrastruktur sind sehr gering.
Das Wachstum in Russland geht fast komplett auf Rohstoffexporte zurück. Das Gesundheitssystem ins in sehr schlechtem Zustand, so dass die Bevölkerung nicht wächst, sondern schrumpft. Das größte Problem in Russland ist aber die Korruption, die sich durch den gesamten Staatsapparat zieht.
Indien schließlich hat mit der Bildung und der Infrastruktur zu kämpfen. Die Softwarebranche hat sich zwar gut entwickelt, bietet aber nur einem sehr geringen Teil der Menschen Arbeit. Auch in Indien ist die Infrastruktur ein großes Problem. China hat in der Vergangenheit ca. 10 mal mehr Geld für Infrastruktur ausgegeben als Indien. Auch in Indien ist die schlechte Infrastruktur eine Bremse für das weitere Wachstum.
Es gibt also genug Probleme in den BRI-Ländern, die die Zukunftsaussichten trüben.
Die genannten Probleme werden nicht zu einer Krise führen, aber das Wachstum in den Ländern könnte sich etwas langsamer gestalten, als das von vielen erwartet wird.
Andere Beiträge:
- Indien verliert an Reiz für das Outsourcing
Wie die FAZ heute berichtet und auch hier schon einmal... - Zukunftsaussichten einzelner Länder
Man hört es immer wieder: Die Bildung entscheidet über die... - Demokratie vs. Diktatur
Ich bin gerade im Manager-Magazin auf einen sehr interessanten Beitrag... - Die Doha-Runde droht zu scheitern
Auf dem Weg zur weiteren Liberalisierung des Welthandels scheint es... - Urbanisierung – Ein Trend der Globalisierung
Wie in letzter Zeit vielfach publiziert, nimmt die weltweite Urbanisierung...
am 1. Juli 2010 um 4:29 pm Uhr.
Seit der Veröffentlichung des Artikel hat sich einiges ereignet. – die weltweite Finanzkrise 2008 haben die Brasilianer besser überstanden als manche Europäer. Die Probleme der Infrastruktur Brasiliens wurden von der Regierungsseite erkannt und mit Milliarden-Investitionen in Angriff genommen – die Fussball-WM 2014 und die Olympiade 2016 sind Garanten für ihre Durchführung. Dass sich das Wachstum in einem fünfundzwanzigmal grösseren Land und einer fast dreimal so grossen Bevölkerung langsamer gestaltet als in Deutschland, scheint akzetabel. Die vielen Ausländern, die in Brasilien investieren, erscheint dies als Hinweis auf zusätzliches Wachstum in der Zukunft.