IWF Chef kündigt Rücktritt an – Zeit, grundsätzliche Fragen zu stellen

Rodrigo de Rato, der Direktor des IWF hat seinen Rücktritt im Oktober angekündigt. Er ist der Nachfolger von unserem Bundespräsidenten Horst Köhler, der den Posten 2004 abgab.
Der IWF ist eine der mächtigsten Institutionen der Weltwirtschaft, auch wenn er in letzter Zeit etwas an Bedeutung verliert weil konkurrierende Organisationen gegründet werden, wie etwa die Bank des Südens, und Kredite auf dem Kapitalmarkt aufgenommen werden.
Der IWF hat das Ziel, das die Stabilität des internationalen Finanzsystems zu fördern. In der Vergangenheit ist dies nicht immer gelungen, durch die Forderung nach zu schneller Liberalisierung der Finanzmärkte, hat der IWF im Gegenteil oft sogar zur Verschärfung der Probleme beigetragen.
Der IWF hat auch das Problem fehlender demokratischer Legitimation, da insbesondere die USA und Europa ein sehr hohes Stimmengewicht haben, Länder wie China oder Indien haben dagegen kaum Einfluss in den Gremien.
Nach dem Führungswechsel in der Weltbank steht nun also auch in der zweiten großen Finanzinstitution der Wechsel an.
Jetzt geht die Suche nach einem Nachfolger los. Traditionell wird der Posten von einem Europäer besetzt und Europa wird alles daran setzen, dass das auch so bleibt. Aber vielleicht ist gerade jetzt Zeit, mit alten Traditionen zu brechen.
Die Welt ist nicht auf dem Stand von 1944, als in Bretton Woods die Institutionen IWF und Weltbank geschaffen wurden. Heute hat insbesondere Asien eine deutlich wichtigere Position in der Weltwirtschaft. Dem sollte Rechnung getragen werden.
Ein guter Artikel dazu wurde heute in der Zeit veröffentlicht.

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