Agrarsubventionen und Entwicklungshilfe

Wie berichtet, wird die Doha-Runde aller Voraussicht nach scheitern. Der Grund hierfür sind die Agrarsubventionen der westlichen Länder insbesondere der EU und der USA. Der Westen ist nicht bereit hier Schranken abzubauen und einen freien Handel zuzulassen.
Auf der anderen Seite aber verkünden die Staatschefs der G8-Staaten eine Erhöhung der Entwicklungshilfe. Es scheint so, als sei den mächtigen Staatschefs dieser Welt eine permanenete Abhängigkeit der Entwicklungsländer ganz Recht. Wie bereits vor kurzem hier erwähnt, ist die Entwicklungshilfe auch nicht nur positiv zu beurteilen.
Bei sicherlich vielen positiven Effekten, die die Entwicklungshilfe bisher bewirkt hat sind auch die Schwachstellen nicht zu vergessen.
Die Entwicklungshilfe schafft Abhängigkeiten, es entsteht eine klare Teilung zwischen den Gebern und den Nehmern.

In vielen Ländern gibt es erhebliche “Sickerverluste” durch Korruption. Nicht nur die Entwicklungshilfe ist so weniger effektiv, auch die korrupten Regimes werden gestützt.
Selbst wenn diese Probleme nicht auftauchen, dann muss die Entwicklungshilfe doch koordiniert und betreut werden. Dazu werden gutbezahlte Experten aus den Geberländern geholt, die schon einen Teil der Entwicklungshilfe an Gehalt wieder kosten.
Durch Entwicklungshilfe wir die Eigeninitiative der Entwicklungsländer geschwächt, wenn viele Probleme von außen gelöst werden, dann ist der Druck Veränderungen zu vollziehen geringer, als wenn man die Probleme selbst lösen müsste. Viele Entwicklungsländer haben zum Beispiel immer noch kein leistungsfähiges Steuersystem, mit denen ihre Haushalte bestritten werden könnten.
Dies alles soll jetzt nicht bedeuten, dass Entwicklungshilfe generell schlecht ist. Aber: Es müsste ein deutlich größerer Fokus auf der Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Länder liegen. Es hat sich teilweise schon so etwas wie eine Entwicklungshilfe-Industrie gebildet, die mit dem jetzigen System ganz zufrieden ist.
Nicht umsonst gibt es in Afrika schon Stimmen, die ein Ende der Entwicklungshilfe fordern. Dies ist zur Zeit natürlich nicht möglich, ohne Millionen von Menschen dem Elend zu überlassen. Langfristig sollte es aber in diese Richtung gehen.
Wie es im kleinen richtig geht, hat uns das Konzept der Mikrokredite (Kredit über kleine Summen)deutlich gemacht. Durch Eigenverantwortlichkeit werden größere Kräfte frei als dies so Mancher für möglich hält.

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