Globalisierungsblase vor dem Crash?

Heute wurde ein Interview mit Roland Leuschel bei Welt Online veröffentlicht. Er hatte schon den Crash vor 20 Jahren vorausgesagt und sieht in Kürze einen erneuten globalen Crash der Aktienmärkte.

Er schätzt die Börse in den USA als überbewertet ein und macht diese Blase daran fest, dass dort ein hoher Prozentsatz der Aktien mit Krediten finanziert ist. Er gibt die Rate mit 1,8 % an, ein Wert wie vor dem großen Crash 1929. (Die Angaben wurden von mir nicht verifiziert.) 

Auch an der Börse in China hat sich seiner Meinung nach eine Blase gebildet. (Der Globalisierungsblog hat dies schon einmal thematisiert.)

Das dritte und wichtigste Anzeichen ist seiner Meinung nach das gewaltige Handelsungleichgewicht zwischen den USA und China. Dies bezeichnete er als Globalisierungsblase. Die Devisenreserven der Chinesen wachsen dadurch stetig und es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses System nicht mehr funktionieren wird. (Auch dies wurde hier bereits thematisiert.)

Egal welche der drei aufgezeigten Blasen zuerst platzt, sie bewirkt auf jeden Fall einen Crash in den USA und in China. (Die Börse in China ist wohl hierbei am ungefährlichsten.) Die chinesische Wirtschaft ist von den Exporten in die USA abhängig, genauso wie die USA vom Kapitalzufluß der Chinesen abhängig ist.

Leuschel sieht als Ergebnis einen globalen Crash, der seiner Meinung nach noch dieses Jahr beginnt und natürlich auch Deutschland hart treffen würde. Auch als vorsichtiger Betrachter fallen einem die enormen Ungleichgewichte, die zur Zeit herrschen auf, die Analyse der Situation ist auf jeden Fall zutreffend.

Fraglich ist allerdings, ob der Crash vorprogrammiert ist, oder ob sich die Anpassung nicht auch in Form einer “weichen Landung” vollziehen kann. Der IWF zumindest hält in seiner neuesten Analyse der US Konjunktur eine Rezession für unwahrscheinlich. (Anmerkung: Natürlich ist der IWF von den USA dominiert, und eine sehr schlechte Prognose würde den USA bestimmt nicht gefallen.)

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2 Kommentare zu “Globalisierungsblase vor dem Crash?”

  1. Saviano

    Herr Leuschel ist ja immer pessimistisch und prophezeit immer einen Crash. Ich habe seine “Analysen” schon über mehrere Jahre verfolgt. Sicherlich wird irgendwann auch mal ein größerer Crash (oder eine größere Baisse) an der Börse stattfinden, aber wie sagt man … “eine kaputte Uhr geht auch zwei Mal am Tag richtig” …

    Ich habe Leuschel sogar einen Artikel gewidmet: Leuschel wieder da und wieder pessimistisch

    Ich weiß, dass ich jetzt etwas zu bissig bin, aber so sieht es aus…

  2. Sebastian

    Ja, das mag schon sein. Wie ich geschrieben habe, kann sich das Ungleichgewicht auch weniger spektakulär abbauen.
    Dass es ein Ungleichgewicht gibt, ist aber eine richtige Feststellung.
    Ich mag die ewigen Pessimisten auch nicht, das Buch von Max Otte beispielsweise hat mich absolut nicht überzeugt.

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