Globalisierung betrifft jeden

Am Beispiel Tagesgeld zeigt sich: Globalisierung betrifft jeden

„Globalisierung? Betrifft mich nicht!“ – mit dieser Einstellung gehen viele durchs Leben, übersehen dabei aber, dass jeder seinen Tribut zahlen muss. Längst sind es nicht mehr nur die Ärmsten der Armen in der so genannten Dritten Welt, die unter der Globalisierung leiden, sondern alle. In den Industrienationen sind die Auswirkungen vielleicht nicht ganz so gravierend, schreiten aber schleichend voran und treffen auch hier vor allem jene, die ohnehin nur wenig zum Leben haben. Die Vorzeichen, die bislang gerne übersehen wurden, treten durch die Finanz- und Wirtschaftskrise immer deutlicher zutage. Fehlentscheidungen von international agierenden Unternehmen müssen letztlich wieder vom kleinen Mann bezahlt werden. Und sei es nur, dass die mühsam auf die hohe Kante gelegten Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto plötzlich nicht einmal mehr die Hälfte von dem bringen, was vor wenigen Monaten noch üblich war.

Besonders deutlich zu spüren bekommen haben diese Folgen Anleger, die auf die Versprechen einer isländischen Bank gesetzt hatten. Fünf und mehr Prozent für Tagesgeld und Festgeldanlagen standen seinerzeit zu Buche. Zigtausende Deutsche haben ihr Geld daraufhin in Island angelegt. Als die Krise den Kleinstaat erreichte und dort beinahe einen Stillstand verursachte, wurden die Einlagen von einen auf den anderen Tag eingefroren. Tagesgeld und Festgeld waren nicht verloren, aber für Wochen und Monate nicht greifbar. Wer das Geld für einen Hausbau, eine Renovierung oder einfach nur ein neues Auto gespart hatte, stand mit leeren Händen dar. Eine Folge der globalen Krise, die für die Anleger glücklicherweise noch ein Happy End hatte.

Dieses eine Beispiel zeigt, dass die Globalisierung jeden treffen kann und jeden trifft. Beim Tagesgeld und Festgeld muss man sich dazu nur die Entwicklung der Zinssätze ansehen. In kleinen Schritten werden sie nach und nach an den Leitzins der Europäischen Zentralbank angepasst, der eigentlich dazu dienen sein soll, die Wirtschaft anzukurbeln. Bei Sparern ist das Gegenteil der Fall. Sie müssen sich mit immer weniger zufrieden geben. Bei Krediten hingegen lassen sich die Banken viel Zeit damit, die Vorteile an die Kunden weiterzugeben. Damit kommt man weder dem Ziel, günstig Eigentum zu schaffen, noch dem Wunsch der Politik, jeder möge zusätzlich selbst für das Alter vorsorgen, näher. Vielmehr muss man damit rechnen, dass die Krise sich auf Dauer auch auf die Kalkulation der Versicherungen niederschlägt und die private Rente ebenfalls eher mager ausfällt.

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7 Kommentare zu “Globalisierung betrifft jeden”

  1. Andy

    Recht hast du, denn jeder sollte sich das mal vor Augen halten!

  2. Karl Fassade

    Stopt die globalisierung!

  3. Frank

    Die Globalisierung kann man wohl nicht stoppen, aber die Gesellschaft sollte sich stärker darauf einstellen.

  4. Dirk

    Ich lebe schons eid Jahren in einem Dritte Welt Staat (Philippinen) und ich kann nur sagen hier hat die letzte Wirtschaftskriese zwar auch leichte Folge hinterlassen aber ich denke wenn ich deutsche Nachrichten Lese das es Europa da viel schlimmer getroffen hat weil hier solche Länder noch nicht so stark vernetzt sind

  5. Jannick

    Wir in Deutschland sind die Gekniffenen, können aber nichts dafür =)

  6. PPF Fenek

    Voll ist das nicht zutreffend, daß die Globalisierung jeden betrifft ?

    Warum z. B. ist in Deutschland und in EU-Europa Globalisierung - Innovation verboten ?

    Obwohl sie gerade jetzt und hier dringend erforderlich wäre ?

    In Deutschland und Europa gibt es fast keine Exhibition, die in kurz zurückliegender Zeit nicht mindestens 10 - 30 % “ehrliche” Einbrüche hatte ?

    Das wird ständig steigender Dauerzustand !

    Wo gibt es das, daß zum Erhalt des Export die Binnen-Kaufkraft mit Beständigkeit ohne Perspektiven reglrecht abgewürgt wird ?

    Erst jetzt ganz kurz ist ein Fall als globale Blamage für die Bundesregierung und die EU-Kommission bekannt, wobei der Innovateur mit Globalisierung-Innovation für einzigartige Multi-Wertigkeiten und Wertschöpfung-Joker, als z. B. die Worte ” Software “, ” Drucker ” oder ” Deutsche PKW - Mobilität ” ausdrücken, zwangsläufig insgesamt D + EU zur Realisierung verlassen musste ?

    Irgendwie ist das ebenso schizophren wie bei der Deutschen Wiedervereinigung. Erst hoffte man voll auf das Ende des kalten Krieges - dann hatte man nichts in der Schublade ???

    In Deutschland als Ressourcen abhängiger Export-Nation, wurde im Asiatischen Jahrhundert mit BRIC über der Schwelle die Globalisierung regelrecht verschlafen.

    Sonst würde gegenwärtig nicht das lautlose Sterben des Mittelstand und der Humus - KMU ablaufen.

    Wo die Globalisierung verschlafen wurde - dort ist sie vorbei.

    Permanente kleine Strohmatten-Wellen Höhen und Tiefen als fragwürdige Konjunktur sind keine sichere Konjunktur für Unternehmer, Investitionen und Grewinne.

    Das ist Schizophrenie hoch 3.

    Fenek

  7. PPF Fenek

    Die friedliche Globalisierung ist ein Geschenk,

    nur muß es auch angenommen sein !

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