Große und kleine Ungerechtigkeiten
Wenn man bedenkt, dass es dieser Tage neben vielen Menschen die zu wenig Geld zum täglichen Überleben aufbringen können auch jene Gattung von Menschen gibt, die sich darum nicht kümmert, muss man voller Unverständnis den Kopf schütteln. Wie kann es sein, dass während dem täglichen Verhungern von tausenden von Menschen in anderen Teilen unserer Welt Nahrungsmittel vernichtet werden? Welche ungerechten Prinzipien der Verteilung liegen diesem System zu Grunde? Doch nicht nur das viel kritisierte Konzept dahinter, sondern oft auch das tägliche Handeln des kleinen Mannes oder der kleinen Frau, ist in diesem Zusammenhang zu hinterfragen. Viel zu oft unterstützt man unbewusst Machenschaften und Denkweisen, die die Schwächsten unserer Gesellschaft nicht im Geringsten berücksichtigen. In den meisten Fällen jedoch darf man einer Vielzahl von Personen keinen konkreten Vorwurf machen, wenn sie unbewusst in diese Richtung handeln. Die meisten von ihnen sind nämlich schlicht und einfach zu wenig informiert. Zu wenig informiert über globale Netzwerke von multinationalen Konzernen, welche die Arbeit der Ärmsten zu einem Hungerlohn zu ihrem eigenen Profit machen.
Millionen von Menschen werden in unserer heutigen modernen Zeit der Gleichberechtigung und der Respektierung von Menschenrechten ausgebeutet. Sie müssen in manchen Fällen doppelt so lange wie ein durchschnittlicher Europäer am Tag arbeiten, um dafür nur einen Bruchteil des Gehalts zu bekommen. Auch der Arbeitsmarkt in westlichen Ländern ist nicht immer fair gestaltet und aufgebaut, wenn man sich beispielsweise die Unterschiede in der Entlohnung von Männern und Frauen ansieht. Was jedoch bei uns als großes Problem aufgespielt wird, spielt für andere, viel ärmere Personen, oftmals gar keine Rolle.
Ähnlich verhält sich die Situation zwischen Arm und Reich beim Thema Wohnen. Während Wohlhabende für ein paar Tage eine Singlereise unternehmen, um ein wenig Abwechslung in ihrem Leben zu erfahren, müssen viele Menschen die Nacht im Freien verbringen. Jene die ein Dach über dem Kopf haben, können dies oft gar nicht mehr schätzen. Verständlich – wissen doch die meisten auch nicht über die prekären hygienischen und sanitären Umstände in den Slums von Großstädten bescheid. Den eigenen Kurzurlaub als Single während der Vorherrschaft eines so großen Leides genießen zu können, grenzt nicht nur an Unverschämtheit und Intoleranz, sondern auch an mangelnder Weitsichtigkeit.
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am 18. Oktober 2009 um 2:37 am Uhr.
Ich gebe dir völlig Recht, dass man den Hunger in der Welt nicht ignorieren sollte. Auch dass viele es als selbstverständlich ansehen, dass wir ein Dach über dem Kopf haben und was zu essen, finde ich nicht in Ordnung. Wir sollten schon viel dankbarer sein. Aber - ganz ehrlich - meinen Urlaub, wenn ich mir den denn endlich wieder leisten kann - den will ich trotzdem machen. Wo ich hinreise, unterstütze ich damit sogar die Menschen dort, da die vom Tourismus leben.
am 18. Oktober 2009 um 7:36 pm Uhr.
Ich schließe mich Manja an.
Es ist in Ordnung, dass du die kommunistische Denkweise unterstützt, jedoch halte ich es für nicht fair, uns, die “zu undankbar” sind, vorzuhalten, intolerant zu sein.
Natürlich hat die Globalisierung und das Produzieren der Unternehmen mit den billigsten Arbeitskräften ethisch sehr fragliche (!) Folgen.
Jedoch erfahren wir an vielen Seiten Vorteile durch sie. Sei es durch die Kultur oder Preisersparungen. Wäre Deutschland nicht Exportweltmeister, würde unser System zerstört werden. Zum Beispiel die Rente und Harz IV, die meist zwar nicht genug zum Überleben, aber doch eine große Unterstützung ist, um nicht auf der Straße zu leben oder verhungern, würden demnach zusammenbrechen.