Die ungerechte Verteilung des Reichtums

Vor kurzem beschäftigte ich mich mit der Frage, wie hoch das weltweite Durchschnittseinkommen ist. Jetzt geht es um die harte Realität der Verteilung des Reichtums.

Die UN-Universität hat sich dem Thema Ende 2006 angenommen ist zu folgenden Ergebnissen gekommen.

Den reichsten 1 % der Welt gehören 40 % des weltweiten Vermögens. Den reichsten 10 % gehören schon 85 % des Reichtums.

Umgekehrt gehört den ärmsten 50 % nicht einmal 1 % des Vermögens. Diese Ergebnisse sind wirklich erschütternd.

Wo stehen wir Deutschen in dieser Betrachtung? Ganz klar oben!

Jeder, der ein Haus oder eine Eigentumswohnung in Deitschland besitzt, oder über andere wesentliche Vermögenswerte verfügt gehört zu den TOP 10 %. Die Grenze liegt bei ca. 45.ooo €, einem Vermögen, das für die Mittelklasse in Deutschland fast Normalität ist.

Auch zu den TOP 1% gehören viele Deutsche , ein Vermögen von 370.000 € entspricht einem Einfamilienhaus, zwei Autos und einer Lebensversicherung. Nichts ungewöhnliches hierzulande.

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20 Kommentare zu “Die ungerechte Verteilung des Reichtums”

  1. infokrieger

    Jetzt wäre nur noch der Grund interessant… und der heißt:
    Zins.

    Sicherlich ist das Problem vielschichtig, aber der Zins ist de facto das Umverteilungsinstrument schlechthin. Und zwar von denen die Zinsen zahlen (den KreditNEHMERN) hin zu denen die Zinsen kassieren (den KreditGEBERN). Und um Zinsen zu zahlen muss man nicht verschuldet sein. Es genügt einfach irgendein Produkt zu kaufen. Denn der Produktpreis enthält die Finanzierungskosten, welche letztendlich nichts anderes als Zinsen sind.
    Übrigens beschleunigt sich die Umverteilung von unten nach oben im Laufe der Zeit. Denn viel Geldkapital produziert viel Zinseinnahmen. Sehr viel Geldkapital -> sehr viel Zinseinnahmen. Die Zinseinnahmen werden selbst wieder zu Geldkapital und so geht das muntere Spielchen los…

    Es geht übrigens auch ohne Zins, aber das will die moderne Ökonomie nicht wahrhaben (Stichwort: Freiwirtschaftslehre).

    Wer sich näher für dieses Thema interessiert:
    Money as Debt (Video auf video.google.com - gibt es auch mit deutschen Untertiteln)
    außerdem:
    Bernd Senf - Der Nebel ums Geld

    Auf dass möglichst viele Menschen dieses Thema verstehen, wenn die nächste Geldreform ansteht. Und wir werden eine erleben, das ist jetzt schon klar.

  2. Sebastian

    Danke für diesen interessanten Beitrag, ich stimme dir voll und ganz zu.
    Fraglich ist natürlich, ob sich die Freiwirtschaft in der Realität wirklich umsetzen liesse.
    Dass es in einem Dorf 1932 geklappt hat, heisst ja noch nicht, dass es überall funktionieren würde.
    Aber dass die Zinsen díe Ungleichheit verstärken, ist völlig klar.

  3. Karl

    Ich Stimme euch nicht zu.

    Es geht nur um Machtfragen. Wenn der Reiche etwas kauft haben Andere Arbeit und können sich davon selbst was kaufen. Mehr als 3 Mahlzeiten am Tag hält auch der Reiche nicht aus. Mit den anderen Grundbedürfnissen ist es ähnlich. Nur der Reiche bestimmt was gekauft wird. Und das ist Macht. Und die hätten die Leute in der Politik lieber, denn sie ermöglicht es wieder an Geld zu kommen. Und das hätten sie auch gern.

    Zins ist, trotz aller schlauen Leute, der Ersatz für in Geld definierte eigene Arbeitskraft relativ zur eigenen Lebenserwartung bzw. zum Durchschnitt des eigenen Landes. Das heisst wenn ich heute den Ertrag meiner Arbeit nicht nutzen kann leihe ich ihn Dritten, verlange aber soviel zurück dass ich die entfallene Nutzung bei verkürzter Lebenszeit vermutlich ersetzen kann. Alles andere ist Altruismus.

    Akkumulation erfolgt weil jemand bereit ist Zins zu zahlen, nicht weil es Zins gibt.Auch auf dem Zinsmarkt herrscht Wettbewerb.
    Karl Marx hat übrigens den Zins ausdrücklich im KAPITAL akzeptiert.

  4. Karl

    Um noch mal rechnerisch (vereinfacht) zu präzisieren:

    Wenn ich den Ertrag meiner Arbeit auf 10 Jahre verleihe und statistisch noch 20 Jahre zu leben habe dann muss ich nach 10 Jahren das Doppelte wiederbekommen um die Nutzungsintensität meiner Arbeit zu erhalten. Das sind ohne Zinseszins 10 % je Jahr.

    Alles Andere wäre verschenkte Arbeit. Und deren Wert preist der Markt ein.

  5. Sebastian

    Aber trotzdem zweifel ich daran, ob es wirklich gerecht ist, wenn eine reiche Hotelerbin in Luxus leben kann und alleine aufgrund der Arbeit von Vorfahren das ganze Leben in absolutem Reichtum verbringen kann.
    Aus rein Marktwirtschaftlicher Sicht hast du Recht, aber in gewissem Sinne fehlt da halt die Gerechtigkeit.

  6. Karl

    Gerechtigkeit ist eine Chimäre. Wir sollten unsere Kinder in der Schule mit einem echten Weltbild versorgen statt Ihnen Ideale zu vermitteln die sie ins Hinterteffen führen bis sie endlich viel zu spät verstanden haben dass der Balkan in Kiel anfängt.

    Manche, wie wir beide, begreifen es wohl nie.

  7. Sebastian

    Ich denke nicht, dass es schadet, wenn man eine gerechtere Welt anstrebt. Wie man das dann macht, ist ja jedem selbst überlassen.
    Wenn es nicht mal mehr das Ziel ist, Werte zu vermitteln, dann gute Nacht.

  8. Karl

    Sebastian, wer definiert denn Werte? Lt. Wilson ist die Menschheit ein Strom von Genen auf ein unbekanntes Ziel hin. Sind unsere ethischen Werte dem Ziel angepasst oder sind sie nur eine Entschuldigung für das Nichtverstehen der eigenen Existenz. Ich kann nicht feststellen dass wirtschaftlicher Überfluss zu einer Abnahme des individuellen Egoismus führt. “Werte” verschleiern das in der Wahrnehmung, nicht in der Substanz. Dann lieber die brutale Wahrheit, und die früh genug um zu reagieren und nicht als negative Lebenserfahrung als Objekt der Manipulation.

  9. Sebastian

    Ich halte es eher mit dem “kategorischen Imperativ”. Es ist leider nicht so, wie Smith es mit der unsichtbaren Hand beschrieb.
    Wenn sich jeder nur um sich selbst kümmert, führt das zu Krisen und nicht zu der besten Allokation.
    Es muss also steuernde Eingriffe geben.

  10. Karl

    Wer legitimiert die Steuernden? Die halten die Gesteuerten (oder auch Besteuerten?) für relativ unselbstständig und naiv so dass sie sie angeblich schützen müssen und daraus ihre Existenzberechtigung beziehen.

    Ein Beispiel das Dir vielleicht bekannt ist:
    Bundeswehrakedemie HH. General Tessmer veranstaltet kontinuierlich Diskussionen mit Menschen aus den verschiedensten Bereichen. er lädt einen Konservativen ein der von den Medien -ob zu recht oder Unrecht kann ich nicht beurteilen- in die rechte Ecke gerückt wird.
    Die Folgen kennst Du sicher. Fazit: Die Steuernden und die Herrscher der veröffentlichten Meinung trauen es einem General und erwachsenen Studenten nicht zu selbst zu urteilen und die Spreu vom Demokratischen Weizen zu trennen bzw. sich selbst ein bild zu machen.

    Das gleich gilt für das Wort von den “Demokratischen Parteien” mit denen NPD, DVU etc. ausgegrenzt werden, merkwürdigerweise war das bei gewaltbereiten Linken nie der Fall.

    Fazit: Entweder bewegt sich eine Partei innerhalb demokratischer Grenzen umnd wird gewählt dann spiegelt sie einen Teil der öffentlichen Meinung in der Demokratie wieder oder wir definieren auf Grund schlechter Erfahrungen der Vergangenheit Grenzen (für Rechts und Links!) wo Demokratie und Meinungsfreiheit endet und verbieten undemokratische Parteien und grenzen damit einen Teil der Wählerschaft bewusst aus.

    Wie löst Du das Dilemma der Legitimation, im Mittelalter hat Meinungshoheit zur Inquisition geführt.

  11. datenhalter.de » iPhone Pownce

    [...] vor den AppleStores um ihre Gadget-Sammlung um ein weiteres Handy zu erweitern. An die restlichen 98% der Weltbevölkerung, die lieber die Zeit für Essen in der Schlange gestanden hätten, vergisst [...]

  12. Balkan Fan

    ich hätte die welt auch gerne gerächter!
    das den 10 % der arbeitenden nur 85 % des Reichtums gehören finde ich nicht wirklich gerecht.

    inderessant dazu:
    auch 10% der Menschen haben einen überdurchschnittlichen IQ von über 110. Jetzt wäre interessant was diese 10% für die allgemeinheit den 90%deppen tun?
    hätte einer dieser deppen ein auto, ein handy oder auch nur ein fahrad? ich fürchte nein!

    gehen wir mal etwas südlich von europa.
    gibt es da länder die ein auto oder gar ein flugzeug bauen könnte?
    wenige! aber viele die gerne umverteilen würden!

  13. G. Orwell

    Ernüchternd, welche Geschichten uns einfallen, um noch ein bisschen länger den Rest der Welt zu verarschen. Doch die Rechnung kommt. Auch ein Krebsgeschwür wächst und gedeiht blendend, bis es kollabiert und seinen Wirt umbringt. Denkt mal drüber nach.

  14. SteinmaßJ

    Wer mehr besitzt, muss auf alles, was er über dem Durchschnitt besitzt, stetig mit der Menge steigende Steuern zahlen.
    So fluktuiert das Kapital. Herrschaftsform: Aufgeklärte Anarchie!

  15. Spermana

    Boooooommmm…
    nun der erste vor Beben hat schon mal Risse hinterlassen.
    Zins und Zinsenzins.
    Umverteilt wurde nicht.
    Gesagt wird nun das meine Enkel, dafür die Zinsen bezahlen :)

    Leben wir nicht in einer Wunderschönen Welt.

    Das Gehirn nimmt weniger als < 1% seine der Realität wahr.
    Davon werden 90%-99% ausgesiebt weil diese keine Überlebensberechtigung haben.
    Wer will dann noch von REALITÄT reden.

    Ich bin auch ein Fan von “Katogerischen Imperativ”.
    Das was wir uns “alle” am meisten Wünschen, passiert!

  16. Dennis

    Deshalb finde ich manchmal Kommunismus wirklich super. Da würden solche Krisen garnicht herrschen.

    Wenn einer mehr verdient wird bestraft! Man sollte langsam aber sicher aus dieser Krise rauskommen.
    Zurück in die Zukunft passt hier ja am besten. Unsere Vergangenheit ist unser Zukunft da wir uns nicht weiterentwicklen sondern immer im Rückzug sind.

  17. Nane

    es gibt doch schon so viele neue ansätze..
    die finanzkrise ist der ausdruck einer komplett auf das geld und den eigenen profit ausgerichteten lebensform - einer lebensform, die seit menschengedenken ungleichgewicht, kampf und ohnmacht ausgeklöst hat: in immer wieder anderen gesellschaftsstrukturen. gemeinsam hatten diese strukturen lediglich, dass die mächtige immer daraf bedacht waren, ihre macht zu mehren. das hatte immer zur folge, dass die mehrzahl der menschen in armseligen lebensbedingungen war und blieb. durch die medien - die möglichkeit, informationen zu erlangen, die früher nicht zugänglich waren - wissen immer mehr menschen von diesem ungleichgewicht. und wie das so ist mit allem - wenn genug davon da ist (in diesem fall bewusstsein) dann kumulieren die dinge. die finanzkrise - die wirtschaftkrise sind der steigbügelhalter für den beginn eines neuen umfassenden bewusstseins - für neue formen des zusammenwirkens.
    die medien wirken natürlich nicht nur als schlichte informationsträger, sondern auch als manipulationsinstrumente. deshalb ist es entscheidend, dass die menschen ihre aufmerksamkeit auf die neuen ansätze richten, damit die neuen formen des zusammenwirkens, die weltweit zu immer größerer ausgewogenheit führen gestärkt und unterstützt werden…
    niemand nimmt uns die verantwortung dafür ab, was wir mit unserer energie anfangen.
    ich denke da zum beispiel an yunus mit seinem ansatt der minidarlehen - an das bedingungslose grundeinkommen nach der idee von werner götz u.v.m.
    statt sich zu ereifern kann mensch auch auf alternative ansätze achten. das bringt uns wirklich voran - denn es geht nur durch erweiterte betrachtungsweisen weiter…
    wir treten über vom zeitalter des nehmens in einen neuen abschnitt, in dem das geben im mittelpunkt steht.
    zukunftsmusik? :-)
    ja. die musik, die wir gemeinsam spielen…

    nane

  18. Sascha

    Wenn man sich das vorhandene Vermögen auf dieser Welt vor Augen führt, sieht es so einfach aus, dass man alle Menschen damit zufrieden stellen könnte, wenn man es nur gerechter verteilen würde. Die Frage ist nur, was geschehen würde, wenn es allen gleich gut ginge. Wettbewerb ist ein ganz natürliches Phänomen und Ungleichheit auch, denn nur das Streben nach Mehr und Besserem ist ein Entwicklungsmotor. Ich glaube, wenn es allen gleich ginge, ginge es eher jedem gleich schlecht als gleich gut. Trotzdem sollte das Ideal, dass es allen Menschen gut geht, angestrebt werden, denn eine zerklüftete Weltgemeinschaft in den Ausmaßen wie sie vorhanden ist, ist genauso verheerend - Ungleichheit ja, aber in einem vertbaren Rahmen…

  19. emjay

    Geld arbeitet nicht. Das is einfach so. Und noch weniger arbeitet die Arbeit des Geldes (zinseszins), es ist doch eigentlich ganz logisch…

    Das Problem ist, das ganze wird so Komplex verpackt, Stichwort BWL, sodass wir denken es wär kompliziert, und diejenigen die “Ahnung” haben (BWLer), kommen ja auch gerne mit dem Totschlagargument “nee, is ja alles viel schwieriger…aber das verstehste ja nicht”
    nee kapier ich auch nicht, und da bin ich auch stolz drauf, was zu kapieren was sowieso nicht funktioniert. Ich lern doch jetzt auch nicht wie ich nen kaputtes radio oder so baue…

    Und ausserdem werden wir ja mit dem Kapitalismus großgezogen (oder besser dazu “erzogen”), er wird uns regelrecht reingestopft in die Birne.
    Ich hab auch in der Schule schon nicht kapiert, was dieser dämliche Zins soll, hab immer ne 5 gehabt…

    Wir werden einfach nur von vorne bis hinten verarscht, so siehts aus, und der beste weg sich nicht verarschen zu lassen, ist sich ne eigene Währung auszudenken und gegen den Strom zu fließen, um ihn auf diese weise irgendwann ganz in die andere Richtung zu bewegen. Der Staat wird da nix machen. Ich mein, was macht der schon, ausser den industriellen, also den 1% in den Arsch zu kriechen…

  20. emjay

    Zitat: Wettbewerb ist ein ganz natürliches Phänomen und Ungleichheit auch, denn nur das Streben nach Mehr und Besserem ist ein Entwicklungsmotor.
    _________________________________

    Das ist so ziemlich genau das wiederholt, was uns dauern eingeredet wird. So ein schwachsinn…

    Es wird dauern von Wachstum geredet. Aber die Erde wächst nicht mit… Und schon ham wir nen Klima und Ressourcen-Problem.
    Hängt ja alles mitnander zusammen.

    Der Kapitalismus in seiner Heutigen Form führt nicht nur zu Ungleichheit zwischen Arm und Reich, sondern nimmt und auch auf Dauer die Lebensgrundlagen weg.

    Ich frage dich: was ist sinnvoller:

    1) ein See, Fünf Fischer, alle halbe jahr fischen, dann warten bis wieder neuer Fisch nachwächst, dann wieder fischen.

    oder wie’s jetzt ist:

    2) ein See, ein Industrieller, einmal leer fischen bis nix mnehr da ist und zum nächsten See laufen und weiter leer fischen.

    Resultat 1) alle sind satt und zufrieden und ham auch nächste saison wieder genug zu essen

    Resultat 2) Die anderen 4 Fischer sind Bettelarm und am verhungern oder arbeiten für dumpinglöhne für den industriellen
    + der See ist nicht mehr zu gebrauchen
    + die besser bezahlten unter den Arbeitern des industriellen werden dick und fett weil der industrielle seine Fische zu McDonalds Fischburgern verarbeitet und sie in der kantine zum essen anbietet.
    + die besser bezahlten unter den Arbeitern des industriellen werden süchtig von fishburgern und müssen dehalb Kredite aufnehmen, verschulden sich, landen unter der Brücke und geben sich irgendwann den goldenen fishburger (ok ich geb zu das ist jetzt nen bischn weit hergeholt ;))

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